Am 17. Januar 2024 sorgte Sturmtief „Gertrud“ in Hessen und weiten Teilen Deutschlands für Schnee, Eisregen und strengen Frost. Der Flughafen Frankfurt strich über die Hälfte seiner Flüge, auf der A3 saßen Autofahrer stundenlang fest, und der ADAC verzeichnete im Januar 2024 einen seiner stärksten Pannenmonate – Hauptursache: leere Starterbatterien.
Ein Dienstag, an dem Deutschland stillstand
Am 17. Januar 2024 zog Sturmtief „Gertrud“ über weite Teile Mittel- und Süddeutschlands und brachte eine Mischung, die Verkehr und Technik gleichermaßen hart trifft: Schnee in der Fläche, gefrierenden Regen dort, wo die Luftschichten kippten, und Temperaturen tief im Frostbereich. Besonders betroffen war der Großraum Frankfurt.
Deutschlands größter Flughafen strich an diesem Tag rund 570 der 1.047 geplanten Starts und Landungen – mehr als die Hälfte. Am Flughafen München fielen etwa 250 von 650 Flügen aus, Saarbrücken stellte den Betrieb zeitweise komplett ein. Auf der A3, einer der am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands, standen Autofahrerinnen und Autofahrer wegen Schnees und liegengebliebener Fahrzeuge bis zu sieben Stunden im Stau fest. Das Deutsche Rote Kreuz rückte aus, um heißen Tee an Wartende zu verteilen.
Die Zahlen dahinter: ein Rekord-Pannenmonat
Dass ausgerechnet der Januar 2024 beim ADAC als einer der stärksten Pannenmonate in die Statistik einging, ist kein Zufall. Mit rund 377.000 Einsätzen war er bundesweit der pannenreichste Monat des Jahres – und die mit Abstand häufigste Ursache war, wie in fast jedem Winter, die Starterbatterie mit einem Anteil von knapp 45 Prozent aller Pannen.
Das Muster ist bekannt: Eine Batterie, die im Herbst „gerade noch“ funktioniert, hat bei den ersten strengen Frösten oft nicht mehr genug Reserve. Gerade an Tagen wie dem 17. Januar 2024, wenn ohnehin alles – Winterdienst, Pannenhilfe, Abschleppdienste – an der Kapazitätsgrenze arbeitet, wird aus einer kleinen Unannehmlichkeit schnell eine lange Wartezeit.
Einordnung: War der Winter 2023/2024 überhaupt kalt?
Im großen Bild war der Januar 2024 laut Deutschem Wetterdienst (DWD) mit einem Bundesmittel von 1,5 °C sogar zu mild – rund 2 Grad über dem langjährigen Klimamittel. Genau das macht Ereignisse wie den 17. Januar so tückisch: Zwischen überdurchschnittlich milden Phasen (am 24. Januar wurden bundesweit Höchstwerte von teils über 14 °C gemessen) lagen kurze, aber harte Kälteeinbrüche.
Zwei Tiefstwerte markieren den Winter 2023/2024 besonders deutlich:
- 10. Januar 2024: bundesweit kälteste Nacht des Winters bis dahin, gemessen in Bad Berka (Thüringen) mit −17,2 °C, am Brocken −15,1 °C.
- 20. Januar 2024: neuer Tiefstwert des Winters in Leutkirch-Herlazhofen (Allgäu) mit −19,5 °C.
Für Autofahrer in Frankfurt und Hessen bedeutete das: innerhalb weniger Tage ein Wechsel von vorfrühlingshaften Temperaturen zu Eisregen und strengem Frost – eine Belastung, die ältere oder bereits geschwächte Batterien selten unbeschadet übersteht.
Was das für Sie heißt, wenn der nächste Kälteeinbruch kommt
Kälteeinbrüche wie der vom Januar 2024 sind in Deutschland keine Ausnahme, sondern ein wiederkehrendes Muster – nur Zeitpunkt und Ort wechseln. Wer in einer Region wie dem Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist, kann sich mit wenigen Handgriffen vorbereiten:
- Batterie vor dem Winter testen lassen, besonders wenn sie älter als vier bis fünf Jahre ist.
- Vor Fahrtantritt bei Eisregen-Warnung ausreichend Pufferzeit einplanen – nicht nur wegen der Straßen, auch wegen möglicher Standzeiten im Stau.
- Starthilfekabel oder Booster im Fahrzeug mitführen, aber warm lagern, da auch Booster-Akkus bei Kälte an Leistung verlieren.
Mehr dazu in unserem Ratgeber Starthilfe im Winter. Steht das Auto gerade in Frankfurt und Umgebung mit leerer Batterie, zeigt unser Formular für Starthilfe in Frankfurt am Main, welcher Helfer in der Nähe verfügbar ist, inklusive Preis vor der Buchung.
Quellen
Deutscher Wetterdienst (DWD), Pressemitteilung „Deutschlandwetter im Januar 2024“; DWD-Themen des Tages zur kältesten Nacht des Winters 2023/2024; ADAC-Pannenstatistik 2024; SRF- und Agenturberichte vom 17./18. Januar 2024 zu Flugausfällen in Frankfurt und München sowie zur Sperrung der A3.
Häufige Fragen
Was ist am 17. Januar 2024 in Frankfurt genau passiert?
Sturmtief „Gertrud“ brachte Schnee und gefrierenden Regen. Am Flughafen Frankfurt wurden rund 570 von 1.047 geplanten Starts und Landungen gestrichen, am Flughafen München etwa 250 von 650. Auf der A3 saßen Autofahrerinnen und Autofahrer wegen liegengebliebener Fahrzeuge und Staus bis zu sieben Stunden fest, das Rote Kreuz verteilte heißen Tee.
Warum fallen bei Kälteeinbrüchen so viele Autobatterien aus?
Kälte verlangsamt die chemische Reaktion in der Starterbatterie und senkt die verfügbare Startleistung, während ein kalter Motor mehr Kraft zum Anspringen braucht. Der ADAC nennt die Starterbatterie mit rund 45 Prozent als häufigste Pannenursache, besonders in kalten Monaten wie Januar.
War der Januar 2024 ein besonders kalter Monat?
Im Bundesmittel war er mit 1,5 °C sogar zu mild, laut DWD ereigneten sich aber zwei markante Kälteperioden: eine kälteste Nacht am 10. Januar (Bad Berka/Thüringen: −17,2 °C) und ein Tiefstwert von −19,5 °C am 20. Januar in Leutkirch-Herlazhofen. Dazwischen sorgte die Grenzwetterlage vom 17. Januar für Schnee und gefährlichen Eisregen in der Mitte Deutschlands, auch in Hessen.