E-Autos und Hybride haben neben der Hochvolt-Batterie eine kleine 12-Volt-Batterie, die Steuergeräte, Türschlösser und das Hochfahren des Systems versorgt. Ist sie leer, „startet“ das Auto nicht. Diese 12-V-Batterie lässt sich bei den meisten Modellen über vorgesehene Anschlusspunkte überbrücken. Die Hochvolt-Batterie dagegen nie anfassen.
Zwei Batterien – und welche das Problem ist
Ein Elektroauto hat eine große Hochvolt-Batterie (meist 400 oder 800 Volt) für den Antrieb und eine kleine 12-Volt-Bordnetzbatterie wie jeder Verbrenner. Die 12-V-Batterie versorgt Steuergeräte, Licht, Infotainment und – entscheidend – das Schütz, das die Hochvolt-Batterie zuschaltet. Ist sie leer, bleibt das Auto „tot“, obwohl der Akku für 300 Kilometer reichen würde.
Orange Kabel und Bauteile niemals berühren. Orange kennzeichnet Hochvolt-Komponenten. Starthilfe betrifft ausschließlich die 12-Volt-Seite.
Anzeichen für eine leere 12-V-Batterie
- Auto lässt sich per Funk nicht entriegeln, Display bleibt schwarz.
- Meldung „12-V-Batterie schwach“ oder Warnleuchte mit Batteriesymbol.
- Das Fahrzeug geht nicht in „Ready“, obwohl der Ladestand hoch ist.
So geben Sie einem E-Auto Starthilfe
Betriebsanleitung prüfen
Die meisten Hersteller erlauben Fremdstart und nennen die Anschlusspunkte. Bei manchen Modellen sitzt die 12-V-Batterie im Kofferraum oder unter einer Verkleidung im Frunk.
Fahrzeug öffnen
Bei leerer 12-V-Batterie mit dem mechanischen Notschlüssel. Die Motorhaube lässt sich bei manchen Modellen nur über eine Notentriegelung öffnen.
Kabel oder Booster anschließen
Reihenfolge wie beim Verbrenner: Plus zuerst, dann Minus/Masse.
Fahrzeug einschalten
Sobald das System hochgefahren ist und „Ready“ anzeigt, lädt der DC/DC-Wandler die 12-V-Batterie aus dem Hochvolt-Akku nach.
Abklemmen, eingeschaltet lassen
Fahrzeug eine Weile im Ready-Modus lassen oder fahren.
Kann ein E-Auto anderen Starthilfe geben?
Viele Hersteller untersagen das ausdrücklich. Der Grund: Ein Verbrenner-Anlasser zieht kurzzeitig mehrere hundert Ampere – mehr, als die kleine 12-V-Batterie und der DC/DC-Wandler des E-Autos vertragen. Einige Modelle erlauben es unter Bedingungen. Ohne ausdrückliche Freigabe: nicht machen.
Hybride (HEV, PHEV, Mild-Hybrid)
Für Voll- und Plug-in-Hybride gilt dasselbe wie für E-Autos: 12-V-Batterie überbrücken, Hochvolt-Seite tabu. Bei vielen Toyota-Hybriden gibt es unter der Motorhaube einen Fremdstart-Pluspunkt im Sicherungskasten. Mild-Hybride (48 V) haben ebenfalls eine 12-V-Batterie für den Start – hier ist Starthilfe in der Regel wie beim normalen Verbrenner möglich, sofern der Hersteller es erlaubt.
Warum ist die 12-V-Batterie überhaupt leer?
E-Autos „wachen“ auch geparkt regelmäßig auf: für App-Verbindungen, Wächtermodus, Klimatisierung, Software-Updates. Bei langen Standzeiten oder alter 12-V-Batterie reicht das irgendwann nicht mehr. Viele Modelle laden die 12-V-Batterie nur nach, wenn das Auto an der Ladesäule hängt oder eingeschaltet ist.
Häufige Fragen
Kann ich ein E-Auto anschieben?
Nein. Elektroautos lassen sich nicht anschieben oder anschleppen, um sie zu starten. Abschleppen nur nach Herstellervorgaben, oft nur mit angehobener Antriebsachse.
Hilft es, das E-Auto an die Ladesäule zu hängen?
Wenn die 12-V-Batterie komplett leer ist, kann das Auto die Ladung oft gar nicht freigeben – die Steuerung braucht 12 Volt. Erst überbrücken, dann laden.