Rot an Plus der leeren Batterie, Rot an Plus der Spenderbatterie, Schwarz an Minus der Spenderbatterie, Schwarz an blankes Metall am Motorblock des Pannenautos. Spender laufen lassen, Pannenauto starten, dann in umgekehrter Reihenfolge abklemmen.
Was Sie brauchen
- Starthilfekabel nach DIN 72553 – für Benziner mindestens 16 mm², für Diesel und größere Motoren besser 25 mm² oder 35 mm² Querschnitt.
- Ein Spenderfahrzeug mit gleicher Bordspannung (praktisch alle Pkw: 12 Volt) und einer Batterie, die nicht wesentlich kleiner ist als Ihre.
- Warnweste und bei Dunkelheit eine Taschenlampe. Im öffentlichen Verkehrsraum zusätzlich Warndreieck.
- Optional: Handschuhe und Schutzbrille. Batteriesäure ist ätzend.
Nicht überbrücken, wenn die Batterie sichtbar beschädigt, ausgelaufen, aufgebläht oder gefroren ist. Eine gefrorene Batterie kann beim Laden platzen – erst auftauen lassen oder Fachmann rufen.
Vorbereitung: Autos richtig abstellen
Parken Sie das Spenderfahrzeug so nah, dass die Kabel locker reichen – Front an Front oder seitlich nebeneinander. Die Karosserien dürfen sich nicht berühren. Bei beiden Autos: Zündung aus, Handbremse an, Automatik auf „P“, Schaltwagen im Leerlauf. Schalten Sie alle Verbraucher (Licht, Gebläse, Radio, Sitzheizung) aus.
Suchen Sie dann die Batterie. Sie sitzt meist im Motorraum, bei vielen BMW, Mercedes und VW-Modellen aber im Kofferraum oder unter dem Sitz. In diesem Fall gibt es im Motorraum fast immer einen Fremdstartstützpunkt – eine rote Plus-Klemme mit Abdeckung und einen gekennzeichneten Massepunkt. Ein Blick in die Bedienungsanleitung lohnt sich.
Die richtige Reihenfolge der Kabel
Rote Zange an Plus der leeren Batterie
Der Pluspol ist mit „+“ markiert, meist dicker und oft rot abgedeckt.
Andere rote Zange an Plus der Spenderbatterie
Achten Sie darauf, dass die freien schwarzen Zangen nichts berühren.
Schwarze Zange an Minus der Spenderbatterie
Der Minuspol ist mit „−“ markiert.
Letzte schwarze Zange an Masse des Pannenautos
Blankes, unlackiertes Metall am Motorblock oder der gekennzeichnete Massepunkt – mindestens 30–50 cm von der Batterie entfernt.
Ruckeln Sie an jeder Zange kurz. Sie muss fest auf Metall sitzen – Lack, Kunststoff oder Korrosion verhindern den Stromfluss.
Starten: so klappt es beim ersten Versuch
- Motor des Spenderfahrzeugs starten und bei leicht erhöhter Drehzahl (ca. 1.500–2.000 U/min) laufen lassen.
- Ein bis zwei Minuten warten. Bei sehr leerer Batterie bis zu fünf Minuten.
- Das Pannenfahrzeug starten. Ein Startversuch dauert höchstens 10–15 Sekunden.
- Springt es nicht an: eine Minute Pause, damit der Anlasser abkühlt, dann erneut. Nach drei Fehlversuchen abbrechen.
Abklemmen ohne Spannungsspitze
Läuft der Motor, schalten Sie im Pannenauto einen kräftigen Verbraucher ein – Heckscheibenheizung oder Gebläse auf höchster Stufe (nicht das Licht). Das dämpft Spannungsspitzen beim Abklemmen, die empfindliche Steuergeräte stören können.
Dann nehmen Sie die Zangen in umgekehrter Reihenfolge ab: 4 → 3 → 2 → 1. Also zuerst Schwarz von der Masse, dann Schwarz vom Spender, dann Rot vom Spender, zuletzt Rot vom Pannenauto.
Nach der Starthilfe: Batterie laden
Ihre Batterie ist jetzt nicht voll – sie hat gerade genug Energie, damit der Motor läuft. Fahren Sie mindestens 30 Minuten am Stück, idealerweise über Land oder Autobahn. Kurzstrecken im Stadtverkehr laden kaum nach. Mehr dazu: Wie lange fahren nach der Starthilfe?
Springt das Auto am nächsten Morgen wieder nicht an, ist die Batterie wahrscheinlich am Ende ihrer Lebensdauer oder es gibt einen Verbraucher, der sie leer zieht. Lassen Sie die Batterie testen – viele Werkstätten machen das kostenlos.
Die 6 häufigsten Fehler
| Fehler | Was passieren kann | Richtig |
|---|---|---|
| Plus und Minus vertauscht | Durchgebrannte Sicherungen, defekte Steuergeräte, Batterieschaden | Vor jedem Anklemmen „+“ und „−“ ablesen |
| Letzte Zange an den Minuspol der leeren Batterie | Funke direkt an der Batterie, Batteriesensor wird umgangen | Blankes Metall am Motorblock |
| Zangen berühren sich | Kurzschluss, Funken, Brandgefahr | Freie Zangen immer getrennt halten |
| Zu dünnes Billigkabel | Kabel wird heiß, Motor dreht nicht durch | Mind. 16 mm², besser 25 mm² |
| Ohne Verbraucher abklemmen | Spannungsspitze im Bordnetz | Heckscheibenheizung einschalten |
| Endlos orgeln | Anlasser überhitzt | Max. 15 Sekunden, dann Pause |
Kein zweites Auto da?
Dann gibt es zwei Wege: eine Starthilfe-Powerbank (Booster), die Sie selbst anklemmen, oder Sie fragen hier einen Starthilfe-Helfer in Ihrer Nähe an – mit Festpreis, den Sie vor der Buchung sehen.
Häufige Fragen
Warum kommt das letzte schwarze Kabel nicht an den Minuspol?
Beim Anklemmen kann ein kleiner Funke entstehen. Eine Batterie kann – besonders wenn sie tiefentladen ist oder gerade geladen wurde – Knallgas abgeben. Klemmen Sie die letzte Zange deshalb mit Abstand zur Batterie an Masse. Manche Hersteller schreiben zudem einen bestimmten Massepunkt vor, weil am Minuspol ein Batteriesensor sitzt.
Kann ich mit einem Diesel einem Benziner Starthilfe geben?
Ja. Entscheidend ist die Bordspannung, nicht der Kraftstoff. Beide Fahrzeuge müssen 12 Volt haben (Lkw haben oft 24 Volt – niemals mischen). Die Spenderbatterie sollte nicht deutlich kleiner sein als die leere Batterie.
Wie lange muss das Spenderauto laufen?
Lassen Sie den Spender ein bis zwei Minuten bei leicht erhöhter Drehzahl laufen, bevor Sie das Pannenauto starten. Bei stark entladener Batterie hilft es, fünf Minuten zu warten – so fließt schon etwas Ladung in die leere Batterie.
Was tun, wenn das Auto trotz Starthilfe nicht anspringt?
Prüfen Sie zuerst, ob alle Zangen fest auf blankem Metall sitzen. Nach drei erfolglosen Versuchen lieber aufhören: Dann ist eventuell die Batterie defekt, der Anlasser oder die Kraftstoffversorgung das Problem. Ein Helfer vor Ort kann das mit Messgerät prüfen.
Kann Starthilfe die Elektronik beschädigen?
Bei richtiger Reihenfolge und intakten Kabeln ist das Risiko gering. Gefährlich sind Verpolung (Plus an Minus), sich berührende Polzangen und das Abklemmen ohne zugeschalteten Verbraucher, weil dabei Spannungsspitzen entstehen können.