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Volksfest

Dreieinhalb Stunden Stillstand: Wie ein Unwetter 2019 den Rekord der Rheinkirmes verhinderte

Mit fast vier Millionen Besuchern zählt die Düsseldorfer Rheinkirmes zu den größten Volksfesten am Rhein. 2019 stand ihr ein neuer Rekord bevor – bis der Himmel dazwischenkam.

Veröffentlicht: 25. Juli 2019Lesezeit: ca. 2 Min.Düsseldorf
Beleuchtetes Riesenrad und Fahrgeschäfte auf einem Volksfest in der Abenddämmerung, dunkle Gewitterwolken ziehen über das Gelände
Kurz gesagt

Am 20. Juli 2019, dem traditionell besucherstärksten Tag der Düsseldorfer Rheinkirmes, musste das Gelände wegen einer Unwetterwarnung für dreieinhalb Stunden komplett geräumt werden. Am Ende zählte das zehntägige Fest rund 3,9 Millionen Besucher – knapp unter dem Rekord von 4,15 Millionen aus dem Vorjahr. Die Polizei verzeichnete rund 100 abgeschleppte Fahrzeuge, halb so viele wie 2018.

Die größte Kirmes am Rhein

Vom 12. bis 21. Juli 2019 verwandelten sich die Rheinwiesen im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel wieder in die „Größte Kirmes am Rhein" – zehn Tage mit Fahrgeschäften, Ständen und einem traditionellen Feuerwerk. Über die gesamte Festzeit zählten die Veranstalter am Ende rund 3,9 Millionen Besucher. Im Jahr zuvor waren es mit 4,15 Millionen sogar noch mehr gewesen – ein neuer Rekord lag 2019 also durchaus im Bereich des Möglichen.

Der Tag, an dem der Himmel dazwischenkam

Am zweiten Kirmes-Samstag, dem 20. Juli 2019 – erfahrungsgemäß der besucherstärkste Tag des gesamten Festes – kündigte der Deutsche Wetterdienst für den Nachmittag eine Gewitterfront über Düsseldorf an. Um 15:30 Uhr hieß es über die Lautsprecheranlage: „Bitte verlassen Sie das Gelände." Die Besucher kamen der Aufforderung nach, die Rheinbahn reagierte schnell mit zusätzlichen Kapazitäten, sodass der Abtransport trotz der Menschenmenge reibungslos verlief.

Für dreieinhalb Stunden stand die Kirmes still, bevor der Wetterdienst gegen 19 Uhr grünes Licht für die Wiedereröffnung gab. Laut Schätzung von Kirmesarchitekt Thomas König gingen allein durch die Räumungszeit mindestens 400.000 potenzielle Besucher verloren – genug, um den möglichen neuen Rekord zunichtezumachen. „Wegen Petrus blieb ein neuer Rekord aus", kommentierte Lothar Inden, Chef des veranstaltenden St. Sebastianus Schützenvereins.

Ein wiederkehrendes Muster

Die Rheinkirmes und das Wetter haben eine Vorgeschichte: Bereits 2015 hatte eine Sturmwarnung mit angekündigten Böen bis Windstärke 11 (etwa 110 km/h) das Fest an einem Samstag komplett lahmgelegt, inklusive Sperrung des Messeparkplatzes und Einstellung des Shuttle- und Fährbetriebs nach Oberkassel. Wetterbedingte Unterbrechungen gehören damit zu den strukturellen Risiken dieses Freiluft-Großevents am Rhein.

Parken bleibt die größere Herausforderung als das Wetter

Trotz der Unwetter-Unterbrechung verlief die Rheinkirmes 2019 insgesamt bemerkenswert friedlich: Die Polizei zählte nur 15 Körperverletzungen (2018: 29) und 17 Taschendiebstähle bei täglich mindestens 100 eingesetzten Beamten. Auffälliger aus Verkehrssicht: rund 100 abgeschleppte Fahrzeuge – etwa halb so viele wie im Vorjahr, aber immer noch ein deutliches Zeichen dafür, wie viele Besucher die Parkplatzsituation unterschätzen. Rund um das 165.000 Quadratmeter große Festgelände gibt es kaum reguläre Parkflächen; Stadt und Veranstalter empfehlen deshalb ausdrücklich öffentliche Verkehrsmittel oder wenige Park-and-Ride-Plätze.

Was das für Besucher von Großveranstaltungen bedeutet

  • Wetterprognose vorab prüfen, besonders bei Freiluftveranstaltungen im Sommer – Unwetterwarnungen können den Tagesablauf kurzfristig durcheinanderbringen.
  • Offizielle Parkempfehlungen nutzen statt im Halteverbot zu parken, um ein Abschleppen zu vermeiden.
  • Auto nach längerem Stehen bei Hitze oder Kälte checken, besonders wenn der Besuch mehrere Stunden dauert und das Fahrzeug ungenutzt in der Sonne oder Kälte steht.

Steht Ihr Auto nach einem langen Tag auf einer Veranstaltung plötzlich mit leerer Batterie da, zeigt unser Formular für Starthilfe in Düsseldorf, welcher Helfer in der Nähe verfügbar ist.

Quellen

BILD Düsseldorf, Bericht „Rheinkirmes Düsseldorf: Wegen Unwetter kein Besucherrekord"; RP Online, Bilanz-Berichterstattung zur Rheinkirmes 2019; NRZ, Bericht zur Unwetter-Unterbrechung; Stadt Düsseldorf, Presseinformation zu An- und Abreise-Tipps für die Rheinkirmes.

Häufige Fragen

Warum wird ein Volksfest bei Unwetterwarnung komplett geschlossen und nicht nur einzelne Fahrgeschäfte?

Bei einer Gewitterwarnung mit Starkregen und Sturmböen lässt sich das Risiko für Fahrgeschäfte, Stände und die große Menschenmenge auf engem Raum nicht selektiv steuern. Das Sicherheitskonzept der Rheinkirmes sieht deshalb eine vollständige Räumung vor, sobald der Deutsche Wetterdienst eine entsprechende Warnung herausgibt – so geschehen 2019 und bereits 2015 bei einer Sturmwarnung mit Böen bis Windstärke 11.

Wie kommt man am besten zur Rheinkirmes, wenn es rund ums Gelände kaum Parkplätze gibt?

Die Stadt Düsseldorf empfiehlt für die Rheinkirmes ausdrücklich öffentliche Verkehrsmittel, da rund um das Festgelände in Oberkassel kaum reguläre Parkplätze vorhanden sind. Als Alternative bieten sich wenige Park-and-Ride-Flächen wie „Südpark" (250 Stellplätze) oder „Staufenplatz" (300 Stellplätze) an.

Was passiert mit abgeschleppten Autos bei Großveranstaltungen wie der Rheinkirmes?

Fahrzeuge, die in Halteverbotszonen rund um das Festgelände geparkt werden, werden im Rahmen des Verkehrskonzepts abgeschleppt und können gegen Gebühr abgeholt werden. 2019 waren es rund 100 Fahrzeuge, 2018 etwa doppelt so viele – ein Hinweis darauf, dass viele Besucher die Parkplatzsituation unterschätzen.

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