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Weihnachtsmarkt

Kältester Dezember seit 1969: Als der Dresdner Striezelmarkt im Schnee-Chaos versank

Der Winter 2010 bescherte Deutschland den kältesten Dezember seit 1969. Mitten in der Striezelmarkt-Saison legten Schnee und Rekordfrost den Verkehr in und um Dresden lahm.

Veröffentlicht: 28. Dezember 2010Lesezeit: ca. 2 Min.Dresden
Historischer deutscher Weihnachtsmarkt bei starkem Schneefall in der Nacht, beleuchtete Holzstände, Besucher in warmer Kleidung
Kurz gesagt

Der Deutsche Wetterdienst stufte den Dezember 2010 als kältesten seit 1969 ein, mit einer Durchschnittstemperatur von -3,5 Grad – 4,3 Grad unter dem langjährigen Mittel. Mitten in der Saison des Dresdner Striezelmarkts, am 15. Dezember 2010, sorgte starker Schneefall für kilometerlange Staus, blockierte Straßenbahnen und gestrichene Flüge in Dresden. Der ADAC verzeichnete 2010 ein Pannen-Rekordjahr mit über 900.000 Starthilfe-Einsätzen.

Weiße Weihnachten – aber zu welchem Preis

Der Dezember 2010 ging als der kälteste seit 1969 in die deutsche Wettergeschichte ein. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ermittelte eine bundesweite Durchschnittstemperatur von -3,5 Grad – satte 4,3 Grad unter dem langjährigen Mittel. Sachsen gehörte mit -4,6 Grad zu den kältesten Bundesländern; in Sohland an der Spree gab es acht Nächte mit strengem Frost unter -20 Grad. Am 26. Dezember wurde in Bad Königshofen in Unterfranken mit -24,0 Grad die bundesweit tiefste Dezembertemperatur des Jahres gemessen.

Die Kehrseite der vielbesungenen „weißen Weihnachten", die Deutschland 2010 erstmals seit 1981 wieder flächendeckend erlebte: Für Verkehr, Reisende und Weihnachtsmarktbesucher bedeutete der Rekordwinter massive Einschränkungen.

Schneechaos mitten in der Striezelmarkt-Saison

Der Dresdner Striezelmarkt, ältester Weihnachtsmarkt Deutschlands, lief 2010 vom 25. November bis 24. Dezember – mitten hinein in diesen Ausnahmewinter. Am 15. Dezember 2010 versank Dresden im Schneechaos: kilometerlange Staus im Berufsverkehr, blockierte Straßenbahnen, mehrere gestrichene Flüge am Flughafen Dresden-Klotzsche. Die Autobahn A17 Richtung Prag musste wegen Schneeverwehungen komplett gesperrt werden, auf A72 und A14 kam der Verkehr über viele Kilometer zum Erliegen.

Auch die Weihnachtstage selbst verliefen dramatisch: An Heiligabend 2010 ereignete sich auf der A17 bei Pirna, einer der Hauptzufahrten aus Richtung Dresden, eine Massenkarambolage mit zwölf Fahrzeugen und einem Todesopfer. Über die Feiertage registrierte die sächsische Polizei insgesamt mehr als 600 Unfälle.

Der ADAC und ein Rekordjahr der Pannenhilfe

Der außergewöhnliche Winter 2010 schlug sich auch in der bundesweiten Pannenstatistik nieder: Der ADAC verzeichnete für das Jahr ein Rekordvolumen von 4,25 Millionen Einsätzen, ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber 2009. Über 900.000 Mal musste dabei wegen leerer oder defekter Batterien Starthilfe geleistet werden – ein direkter Ausdruck der anhaltenden strengen Fröste, die Autobatterien reihenweise in die Knie zwangen.

Der Mechanismus dahinter ist bekannt: Steht ein Fahrzeug bei Dauerfrost über Tage oder Wochen überwiegend im Freien, kühlt die Batterie kontinuierlich aus und verliert spürbar an verfügbarer Startleistung. Wer in einer solchen Phase zum Weihnachtsmarkt oder zur Familie fährt und das Auto länger abstellt, riskiert genau das Szenario, das 2010 zehntausendfach eintrat.

Was sich daraus für heute lernen lässt

  • Bei länger angekündigtem Dauerfrost das Auto, wenn möglich, in einer Garage oder zumindest geschützt abstellen.
  • Vor Weihnachtsmarkt- oder Familienbesuchen in Kälteperioden die Batterie vorab prüfen lassen, besonders bei älteren Fahrzeugen.
  • Pufferzeit einplanen, wenn Wetterwarnungen für die Anreise-Region vorliegen – Staus und Vollsperrungen wie 2010 sind bei starkem Schneefall keine Seltenheit.

Mehr dazu im Ratgeber Starthilfe im Winter. Steht Ihr Auto gerade in Dresden oder Umgebung mit leerer Batterie, zeigt unser Formular für Starthilfe in Dresden, welcher Helfer in der Nähe verfügbar ist.

Quellen

Deutscher Wetterdienst (DWD), Pressemitteilung „Deutschlandwetter im Dezember 2010"; Spiegel Online zur Rekordkälte in Ostdeutschland im Dezember 2010; Sächsische Zeitung zum Schneechaos in Dresden am 15.12.2010; Bild.de zu Verkehrslage und Unfällen über die Weihnachtsfeiertage 2010; Auto Bild zur ADAC-Pannenstatistik 2010.

Häufige Fragen

Was war an Dezember 2010 in Deutschland wetterhistorisch so besonders?

Der DWD stufte ihn als kältesten Dezember seit 1969 ein: Die bundesweite Durchschnittstemperatur lag bei -3,5 Grad, 4,3 Grad unter dem langjährigen Mittel. Am 26. Dezember wurde in Bad Königshofen mit -24,0 Grad die bundesweit tiefste Dezembertemperatur gemessen. Zugleich gab es erstmals seit 1981 wieder in ganz Deutschland weiße Weihnachten.

Wie wirkte sich der Kälteeinbruch 2010 auf den Verkehr rund um Dresden aus?

Am 15. Dezember 2010 herrschte in Dresden Schneechaos mit kilometerlangen Staus im Berufsverkehr, blockierten Straßenbahnen und gestrichenen Flügen ab Dresden-Klotzsche. Die A17 Richtung Prag wurde wegen Schneeverwehungen zeitweise komplett gesperrt, auf A72 und A14 stockte der Verkehr über weite Strecken.

Warum werden Autobatterien bei lang anhaltenden Minusgraden so schnell schwach?

Steht ein Auto bei strengem Dauerfrost länger auf dem Parkplatz, sinkt die Batterietemperatur kontinuierlich weiter ab, während gleichzeitig die Selbstentladung durch Kälte zwar langsamer, die verfügbare Startleistung aber deutlich geringer wird. Der ADAC verzeichnete im Rekordwinter 2010 über 900.000 Starthilfe-Einsätze wegen genau dieses Effekts.

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